{"id":478,"date":"2022-06-20T21:23:50","date_gmt":"2022-06-20T21:23:50","guid":{"rendered":"https:\/\/holgersfotoblog.de\/?page_id=478"},"modified":"2022-09-11T17:41:52","modified_gmt":"2022-09-11T17:41:52","slug":"iso-werte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/holgersfotoblog.de\/?page_id=478","title":{"rendered":"ISO Werte"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">ISO Werte. Je h\u00f6her desto besser. Oder? Ach nein. Hohe ISO Werte sorgen ja f\u00fcr Bildrauschen. Trotzdem scheint die M\u00f6glichkeit, einen f\u00fcnfstelligen ISO Wert einstellen zu k\u00f6nnen, mindestens f\u00fcrs Marketing, wichtig zu sein. Also tasten wir uns gedanklich und praktisch an ISO Werte ran. Und zwar mit einem Schritt zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was machen wir eigentlich?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn wir fotografieren, dann fangen wir das Licht ein, das in einer bestimmten Szene auf den Sensor der Kamera f\u00e4llt. Die Szene selbst versuchen wir dabei (meistens) \u00e4sthetisch zu gestalten, Details wollen wir einfangen, Emotionen wollen wir wecken. Hierzu gibt es beispielsweise &#8222;Regeln&#8220; der <a href=\"https:\/\/holgersfotoblog.de\/?page_id=355\" data-type=\"page\" data-id=\"355\">Bildgestaltung<\/a>. Der entscheidende Faktor, n\u00e4mlich das Licht, bleibt dabei weitgehend unbeeinflussbar. Wir m\u00fcssen damit leben, was halt gerade verf\u00fcgbar ist. \u00dcberspitzt ausgedr\u00fcckt: Wir versuchen, Licht m\u00f6glichst effektiv (bezogen auf die intendierte Wirkung) abzubilden. Hier kommt es auf die <a href=\"https:\/\/holgersfotoblog.de\/?page_id=332\" data-type=\"page\" data-id=\"332\">Belichtung <\/a>an. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zu viel, zu wenig, genau richtig<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir k\u00f6nnen zu viel, zu wenig oder genau richtig viel Licht haben. Und die Kamera erlaubt uns eine Kompensation anhand von drei Parametern. <\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Mittels Blende k\u00f6nnen wir bestimmen, wie viel Licht durch das Objektiv auf den Sensor trifft. Ist zu viel Licht vorhanden, schlie\u00dfen wir die Blende (gro\u00dfe Zahl). Bei zu wenig Licht \u00f6ffnen wir die Blende (kleine Zahl). Aber die Blende beeinflusst die <a href=\"https:\/\/holgersfotoblog.de\/?page_id=243\" data-type=\"page\" data-id=\"243\">Sch\u00e4rfentiefe<\/a> und wirkt sich deshalb auf die Bildgestaltung aus und im schlimmsten Fall k\u00f6nnen wir unsere Bildidee nicht mehr umsetzen. Ein Panorama im Abendlicht verliert beispielsweise durch eine ge\u00f6ffnete Blende an Sch\u00e4rfentiefe.<\/li><li>Mittels der Belichtungszeit k\u00f6nnen wir bestimmen, wie lange Licht durch das Objekt auf den Sensor trifft. Ist zu viel Licht vorhanden, dann w\u00e4hlen wir eine kurze Belichtungszeit. Bei wenig Licht wird die Belichtungszeit entsprechend verl\u00e4ngert. Die Belichtungszeit bestimmt dar\u00fcber, wie Bewegungen abgebildet werden. Entweder fl\u00fcssig bei l\u00e4ngeren Belichtungszeiten oder eingefroren bei k\u00fcrzeren Belichtungszeiten. Aber wieder hat dieser Parameter Einfluss auf die Umsetzbarkeit der Bildidee. Auf einer Feier ein tanzendes paar erstarren zu lassen, wird meistens nicht funktionieren. Abgesehen davon, dass die Gefahr von Verwacklern mit steigender Belichtungszeit steigt.<\/li><li>Mittels ISO Wert k\u00f6nnen wir die Empfindlichkeit des Sensors einstellen. Zumindest ist das eine verbreitete Erkl\u00e4rung zum ISO Wert. Dazu gleich mehr. Generell ist aber richtig, dass der ISO Wert als Gummiband zwischen den ersten beiden Parametern fungiert. Ein erh\u00f6hter ISO Wert erlaubt mir bei D\u00e4mmerung die Blende soweit zu schlie\u00dfen, dass ich eine durchg\u00e4ngige Sch\u00e4rfentiefe bekomme oder die Belichtungszeit so verk\u00fcrzen kann, dass die Bewegung einfriert. <\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">ISO = Empfindlichkeit?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In analogen Zeiten hat man durch die richtige Wahl des Films sich an die Lichtverh\u00e4ltnisse angepasst. Gr\u00f6\u00dfere lichtempfindliche Partikel erh\u00f6hten die Empfindlichkeit des Films und sorgten daf\u00fcr aber f\u00fcr k\u00f6rnige Bilder. In digitalen Zeiten k\u00f6nnen wir aber nicht einfach den Sensor austauschen. Von &#8222;Empfindlichkeit&#8220; zu sprechen, halte ich deshalb f\u00fcr nicht wirklich richtig. Vereinfach &#8211; und wahrscheinlich auch nicht wirklich richtig &#8211; setzt der Bildsensor einfallendes Licht in elektrische Signale um, welche noch digitalisiert, also in 0 &amp; 1 umgewandelt, werden m\u00fcssen. Auf dem Weg von Licht zu Bit k\u00f6nnen die elektrischen Signale verst\u00e4rkt werden. Und dieser Grad der Verst\u00e4rkung wird durch den ISO Wert ausgedr\u00fcckt. Der Sensor arbeitet aber nicht perfekt, reagiert auf W\u00e4rme oder die Elektronik der Kamera hat einen schlechten Tag. In jedem Fall kommt es zu Fehlern, die sich durch Bildrauschen gerade in den dunklen Bereichen zeigen. da genau dort nur wenig verst\u00e4rkbare Information befindet. Ich m\u00f6chte hier bewusst nicht die Thematik von Dunkelstr\u00f6men und hei\u00dfen Pixeln ansprechen. Den Effekt eines hohen ISO Werts verdeutlicht aber folgendes Bild: Der CD-Player spielt mein Lieblingslied und ich drehe die Lautst\u00e4rke lauter. \u00dcbertragen auf Fotografie: Es ist ausreichend Licht vorhanden und ich erh\u00f6he den ISO Wert. Das Bild wird heller oder bei gleicher Blende wird die Belichtungszeit k\u00fcrzer. Jetzt ist aber der letzte Track auf der CD vorbei und es herrscht Stille. Aber aus der Stereoanlage h\u00f6re ich jetzt ein Rauschen oder Brummen. \u00dcbertragen auf Fotografie: Es ist zu wenig Licht vorhanden und durch den h\u00f6heren ISO Wert werden St\u00f6rungen verst\u00e4rkt und h\u00f6rbar, die davor nicht aufgefallen sind. Im verwendeten Bild entspricht das Tonrauschen dem Bildrauschen. Und den Effekt hat jeder bestimmt schon geh\u00f6rt. Alles getreu dem Motto: &#8222;Wo nichts ist, dann kann auch nichts sein.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Rolle des ISO Wertes<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der ISO Wert ist f\u00fcr mich das Gummiband zwischen Blende und Belichtungszeit, das es mir erm\u00f6glicht, meine Fotoidee umzusetzen. Kurze Belichtungszeit in der D\u00e4mmerung? Kein Problem! Einfach ISO erh\u00f6hen. Ein helleres Bild am Abend ohne Blitz? Kein Problem! Einfach ISO erh\u00f6hen. Aber alle technische Verst\u00e4rkung hat ihre Grenzen. Das Bild rauscht, was gerade in dunklen Bereichen auff\u00e4llt. Hier k\u00f6nnen dann Lightroom, Photoshop etc. helfen, die das Rauschen gl\u00e4tten k\u00f6nnen. Global angewendet wird das Rauschen reduziert aber insgesamt wird das ganze Bild weicher und verwaschener. Hier muss man die besonders betroffenen Bereiche besser gezielt bearbeiten. Aber ungeachtet dessen, erlaubt das Spiel mit dem ISO Wert die Umsetzung von Fotoideen, die eigentlich nicht machbar gewesen w\u00e4ren. Besonders moderne Kameras haben ein besseres Rauschverhalten und man kann mit h\u00f6heren Werten arbeiten bevor die negativen Effekte zu deutlich werden. Probiert es einfach mal selbst aus, wie eure Kamera sich verh\u00e4lt und was ihr umsetzen k\u00f6nnt!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ISO Werte. Je h\u00f6her desto besser. Oder? Ach nein. Hohe ISO Werte sorgen ja f\u00fcr Bildrauschen. Trotzdem scheint die M\u00f6glichkeit, einen f\u00fcnfstelligen ISO Wert einstellen zu k\u00f6nnen, mindestens f\u00fcrs Marketing, wichtig zu sein. Also tasten wir uns gedanklich und praktisch an ISO Werte ran. Und zwar mit einem Schritt zur\u00fcck. Was machen wir eigentlich? 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